RUMÄNIEN - fremdes Europa
Periam - Timisoara - Deta - Moravita
In Rumänien wird das Reisen schon etwas anstrengender: die Straßen sind schlechter (das ist aber auch gut so, denn in den Dörfern springt der gesamte Bestand an Federvieh sowie Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde etc. über die Straßen und wenn diese nicht so gut sind, rasen auch die Autos nicht so und die Viechlein überleben). Die Menschen sind nicht mehr so zurückhaltend, was uns einerseits in der ersten Nacht eine herzliche Aufnahme bei einer Pfarrersfamilie in Port Periam beschert, andererseits aber auch anstrengend ist, da wir in den Dörfern wie bunte Hunde angeglotzt werden, ohne daß die Leute von sich aus Kontakt aufnehmen würden. Durch Timisoara fahren wir weiter Richtung Süden. Fremd wirkt auf uns auch der allgegenwaertige Verfall: große Agrarbetriebe, Industrieanlagen, Plattenbauten (wohl alle aus kommunistischen Tagen) verfallen am Straßenrand. Wird in Deutschland Verfallenes einfach nur schneller weggeräumt? Da Caro's Fahrrad wegen eines zermalmten Lagers an der Sachs-3-Gang-Nabe seit kurz nach Budapest statt 21 nur noch 7 Gänge hat (Ersatzteile gibt's erst in Griechenland) beschließen wir, die Karpaten zu umfahren und fahren so direkt Richtung Süden auf Jugoslawien zu. Die Lei (rumänische Währung), die eigentlich nicht ausgeführt werden dürfen, finden ein Plätzchen im Fahrradlenker.
RUMÄNIEN, die 2. - weniger fremdes Europa
Kaluderevo - Moldova Noua - Orsova - Drobeta Turnu Severin - Maglavit - Calafat
Bei Kaluderevo überqueren wir die Grenze nach Rumänien und hier im Süden sind die Menschen gleich viel offener. Als wir nach eineinhalbstündiger Bergfahrt bei 40 Grad im Schatten (wenn's einen gibt) in Pojejena für einen kühlen Drink Halt machen, erklären uns mindestens 10 nette Herren aus der Dorfkneipe gleichzeitig, wie wir jetzt am besten weiter fahren. Bei Moldova Noua erreichen wir wieder die Donau und folgen ihr durch ein wunderschön gewundenes Tal über Orsova bis Drobeta Turnu Severin. Hier im Süden Rumäniens erscheint uns das Land lange nicht mehr so fremd wie bei unserem ersten Besuch. Und nachdem wir schon die Hoffnung aufgegeben hatten, hier einen der auf unserer Karte verzeichneten Campingplätze zu finden, entdecken wir in der Nähe von Calafat - kurz bevor wir das Land verlassen - einen gemütlichen Platz am Donau-Ufer, wo wir für einen Tag unser Lager aufschlagen. Wir stellen mal wieder fest, daß unsere Zeit viel zu knapp ist ;-), denn wir haben nur einen kleinen Teil von Rumänien gesehen - vielleicht sollten wir irgendwann nochmal wiederkommen und uns den Rest "in Ruhe" ansehen.
