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BULGARIEN - Fremdenfreundlichkeit und Überfall

Vidin - Lom - Montana - Vraca - Lakatnik - Sofia - Rila - Melnik - Kulata

Bulgarien, das wir mit der Donaufähre von Calafat aus erreichen, wartet mit neuen Herausforderungen auf uns: Zum Einen ist da die kyrillische Schrift, die wir mit der Geschwindigkeit eines Erstklässlers lesen. Außerdem müssen wir jetzt bei den Gesten für "ja" und "nein" umlernen - die Bulgaren nicken zur Seite, um etwas zu bejahen (sieht ähnlich aus wie unser Kopfschütteln) und ziehen den Kopf hoch, um etwas zu verneinen. Wir versuchen flexibel zu sein und eiern unentschlossen mit dem Kopf rum (hoffentlich lernen wir's noch - wir können's auch für Griechenland brauchen).

Aber die Menschen, denen wir begegnen, sind unglaublich fremdenfreundlich. Wenn wir irgendwo stehen bleiben, kommen gleich Leute, plaudern mit uns und lassen sich auch nicht davon abschrecken, dass wir kaum ein Wort verstehen. Bis Lom fahren wir an der Donau lang und nach 2.300 km Gesamtstrecke verabschieden wir uns von ihr. Jetzt geht's in die Berge - der Balkan kennt keine Gnade, auch nicht bei Caros fehlenden Gängen. Zuerst fahren wir auf einer Hochebene mit Steppencharakter und ab Vraca dann das wunderschöne Iskar-Tal lang, mit zwischen steil aufragenden Felsen - mal weiß, mal Gand-Canyon-rot - sich dahinschlängelndem Fluss.

In Lakatnik finden wir neue Freunde - Eli und Tchavdar - mit denen wir ein schönes, geruhsames Wochenende verbringen und die uns auch in Sofia freundlich aufnehmen. Sofia fasziniert durch die unterschiedlichsten religiösen Bauten: eine Kathedrale, Kirchen im byzantinischen und russischen Stil, eine Moschee, eine Synagoge u.v.m.

Von Sofia aus geht's weiter Richtung Süden mit zwei Abstechern in die Berge: Einmal über 30 km bergauf, um in 1.200 m Höhe das Rilski-Kloster zu besuchen - es lohnt sich - ein wunderschönes Kloster mitten in den Bergen. Und dann nochmal ca. zwei Stunden lang bergauf, um das malerische Dörfchen Melnik anzuschauen.

Und hier, kurz vor Melnik erwischt's uns: Überfall. Klassisches Bild: wir im Schneckentempo die Berge hoch und da am Wegesrand drei Typen mit Stöcken bewaffnet, die unser Geld wollen. Um's kurz zu machen: nachher waren die "Räuber" wohl glücklicher als wir, mit heiler Haut davon gekommen zu sein - waren (zu unserem Glück) offensichtlich keine Profis.